1.4: VOR DEM ERSTEN WELTKRIEG (1900–1913)
Wie Deutschland in den Krieg getrieben, von Bankern finanziert, durch Balfour verkauft und mit Reparationen versklavt wurde
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Vorwort zu diesem Kapitel
Dieses Kapitel ist das umfangreichste des gesamten Buches – aus gutem Grund. Der Erste Weltkrieg war
nicht das Ende einer Ära. Er war der **Beginn einer neuen Weltordnung**:
- Das Ende der Monarchien (Deutschland, Österreich, Russland, Osmanisches Reich)
- Der Aufstieg der USA zur Weltmacht
- Die Geburt des Zionismus als politische Kraft (Balfour-Deklaration → Israel 1948)
- Die Etablierung der Federal Reserve als globale Finanzmacht
- Die Transformation von Kriegen in **Geschäftsmodelle** (Banker finanzieren beide Seiten)
- Die Erfindung der Reparationen als Versklavungsinstrument (Deutsche zahlten bis 2010!)
Und: Der Erste Weltkrieg schuf den Zweiten Weltkrieg (Versailles → Hitler).
Das Muster, das 1914 begann, wirkt bis heute:
- Kriege werden von denselben finanziert, die von ihnen profitieren
- Staaten verschulden ihre Bürger, um Kriege zu finanzieren
- Verlierer werden nicht nur militärisch besiegt, sondern **wirtschaftlich versklavt**
- Menschen werden zu Pfand für Schulden (Reparations-Zwangsarbeiter 1919–1924)
Dieses Kapitel zeigt die Mechanismen – damit Sie erkennen, wenn sie sich wiederholen.
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I. EUROPA VOR 1914 – Das Pulverfass
A) Deutschland wird zur Bedrohung: Die wirtschaftliche Überholung Englands
1871: Deutschland wird geeint. Das Kaiserreich entsteht unter Bismarck.(383)
1871–1914: Deutschland erlebt ein beispielloses
Wirtschaftswunder:
Stahlproduktion – Der Schlüsselindikator industrieller Macht:
| Jahr | Deutschland (Mio. Tonnen) | England (Mio. Tonnen) | Verhältnis |
|——|—————————|————————|————|
| 1870 | 1,3 | 5,9 | England 4,5x größer |
| 1890 | 4,1 | 8,0 | England 2x größer |
| 1900 | **6,3** | 5,0 | **Deutschland überholt!** |
| 1913 | **17,6** | 7,7 | Deutschland 2,3x größer |
Deutschland verdoppelte England – in nur 13 Jahren (1900–1913).(384)
Weitere Indikatoren:
Kohleförderung (1913):- Deutschland: 277 Millionen Tonnen
- England: 292 Millionen Tonnen (Deutschland fast gleichauf)(385)
Chemische Industrie:- BASF, Bayer, Hoechst: 90% der weltweiten Farbstoffproduktion (Grundlage für Pharma, Textilien)(386)