DÜNGEMITTELKRISE 2026: VOM KORRIDORSCHOCK ZUR ERNÄHRUNGSFRAGE

DÜNGEMITTELKRISE 2026: VOM KORRIDORSCHOCK ZUR ERNÄHRUNGSFRAGE

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AUSGANGSPUNKT

Was diese Krise im Kern ist

Kein isolierter Marktunfall, sondern ein Systemschock

  • FAKT (95–100 %): Die Düngemittelkrise 2026 ist kein einzelner Preissprung, sondern ein verketteter Systemschock aus Krieg, Korridorstörung, Exportkontrolle, Produktionsausfall, Versicherungsverteuerung und Finanzierungsklemme. UNCTAD beschreibt Hormus inzwischen als nahezu stillstehenden Schlüsselkanal; die Schifffahrt dort sei um mehr als 95 % eingebrochen. Gleichzeitig warnt FAO, dass über diese Route nicht nur Öl und LNG, sondern bis zu 30 % des international gehandelten Düngers laufen. Damit ist die Krise nicht nur eine Rohstofffrage, sondern eine Frage von Zugang, Timing und Pufferfähigkeit. (3)(4)(5) (UN Trade and Development (UNCTAD))
  • INTERPRETATION (85–90 %): Der strategische Punkt lautet daher: Nicht „Dünger“ ist das eigentliche Nadelöhr, sondern die Kette aus Gas, Ammoniak, Schwefel, Schiffen, Versicherung, Kredit und politischer Freigabe. Wer nur auf den Urea-Preis schaut, sieht die Oberfläche. Wer auf die gekoppelte Infrastruktur blickt, erkennt, warum diese Krise rasch von der Agrarökonomie in Handels-, Währungs- und Sozialfragen umschlägt. (3)(4)(5)(18) (UN Trade and Development (UNCTAD))

Die Chronologie der Zuspitzung

Zuerst Produktionsschaden, dann Korridorschock, dann Exportnationalismus

  • FAKT (95–100 %): Der russische Schlagpunkt kam früh: Reuters berichtete am 6. März, russische Produzenten könnten einen möglichen globalen Ausfall nicht kompensieren; am 24. März präzisierte Reuters, das bei einem ukrainischen Drohnenangriff beschädigte Werk Dorogobuzh mache rund 11 % der russischen Ammoniumnitratproduktion aus und werde vor Mai nicht voll einsatzfähig sein. Russland stoppte zudem Ammoniumnitrat-Exporte bis 21. April 2026 und verwies auf die eigene Frühjahrsaussaat. (1)(2) (Reuters)
  • FAKT (95–100 %): Parallel zog China die Schutzmauer um den Binnenmarkt hoch. Reuters meldete am 13. März die vorzeitige Freigabe nationaler Reserven, mindestens 15 Tage früher als üblich. Am 19. März folgte laut Reuters eine schärfere Exportbremse: Stickstoff-Kalium-Mischungen und bestimmte Phosphatvarianten wurden blockiert; zusammen mit bestehenden Urea-Quoten könnten zwischen der Hälfte und drei Vierteln der chinesischen Düngerausfuhren betroffen sein. (6)(7) (Reuters)
  • INTERPRETATION (80–90 %): Die Reihenfolge ist wichtig. Erst wurde das Angebot beschädigt, dann die Route verengt, dann die nationale Schutzlogik aktiviert. Genau dadurch wird aus einem regionalen Krieg ein globaler Selektionsmechanismus: Nicht jeder Marktteilnehmer konkurriert mehr unter denselben Bedingungen, sondern nur noch unter der Bedingung, wer Reserven, Devisen, diplomatische Kanäle und Staatsunterstützung mobilisieren kann. (2)(5)(6)(7) (Reuters)

DIE MARKTMECHANIK HINTER DER KRISE

Stickstoffdünger ist verkappte Energie

Warum Gas der eigentliche Vorlaufpreis ist

  • FAKT (95–100 %): UNCTAD und FAO beschreiben die direkte Übersetzung von Energie in Dünger: Steigende Gaspreise verteuern die Produktion von Ammoniak und Urea fast automatisch. UNCTAD hält fest, dass die Gaspreise in Europa und Asien nach der Eskalation scharf gestiegen seien; FAO ergänzt, dass der Anstieg bei granularer Urea aus dem Nahen Osten in der ersten Märzwoche bereits 19 %, bei ägyptischer Urea sogar 28 % betrug. FAO erwartet bei Fortdauer der Krise im ersten Halbjahr 2026 15–20 % höhere globale Düngemittelpreise im Durchschnitt. (3)(5) (UN Trade and Development (UNCTAD))
  • INTERPRETATION (85–90 %): Damit wird deutlich: Der Düngerpreis reagiert nicht nur auf Knappheit des Endprodukts, sondern auf die Kosten des Systems, das ihn hervorbringt. Wer günstiges Gas, staatlich priorisierte Energiezufuhr oder eigene Produktionskapazität besitzt, gewinnt Zeit. Wer importieren muss, zahlt den Krieg doppelt: einmal über das Produkt, ein zweites Mal über seine Energiegrundlage. (3)(5)(9) (UN Trade and Development (UNCTAD))

Der unterschätzte Randaspekt heißt Schwefel

Warum die Krise nicht nur Stickstoff betrifft

  • FAKT (95–100 %): FAO weist ausdrücklich darauf hin, dass der Golfraum für nahezu die Hälfte des globalen Schwefelhandels steht. Schwefel wird für Schwefelsäure benötigt, und Schwefelsäure wiederum ist ein Schlüsselglied bei der Verarbeitung von Phosphatgestein zu Düngemitteln. Das bedeutet: Selbst wenn einzelne Stickstoffströme umgeleitet werden, kann die Phosphatkette an anderer Stelle brechen. (5) (FAOHome)
  • INTERPRETATION (80–90 %): Das macht die Lage strukturell gefährlicher als eine reine Urea-Knappheit. Wer nur auf Stickstoff blickt, unterschätzt, dass hier Mehrnährstoffsysteme unter Druck geraten können. Für Regionen mit schwachen Böden oder ohnehin niedriger Düngung ist das besonders heikel, weil dort selbst moderate Kürzungen überproportionale Ertragsverluste auslösen können. FAO sagt das fast wörtlich: Die Ertragsreaktion sei nichtlinear; kleine Düngerkürzungen könnten unverhältnismäßig große Ertragseinbußen auslösen. (5) (FAOHome)

Transport, Diesel und Versicherung als zweiter Hammer

Verfügbarkeit ist nicht dasselbe wie Erschwinglichkeit

  • FAKT (95–100 %): UNCTAD meldet, dass die Frachtraten für Öltanker seit Ende Februar um mehr als 90 % gestiegen seien, Bunkerpreise sich fast verdoppelt hätten und Kriegsrisikoprämien massiv angeschwollen seien. FAO nennt einen Anstieg der Kriegsversicherungsprämien von rund 0,25 % auf bis zu 10 % des Schiffswerts, teils mit wöchentlicher Neuverhandlung der Deckung. Das heißt: Selbst wenn Ware physisch vorhanden ist, kann sie ökonomisch unzugänglich werden. (3)(5) (UN Trade and Development (UNCTAD))
  • FAKT (90–100 %): Reuters zeigt dieselbe Logik auf dem Boden: In Südafrika stieg Diesel für Landwirte von 18 Rand je Liter im Februar auf 24 Rand im März; die staatlich kommunizierte April-Anpassung sah Großhandelspreise für Diesel von fast 26 Rand je Liter vor. Laut einer AgriSA-Umfrage hatte knapp die Hälfte der befragten Bauern Schwierigkeiten bei der Dieselbeschaffung. Parallel meldet Reuters massive Kraftstoffpreissprünge in Ghana, Malawi, Tansania, Gambia, Botswana, Mali und Mauretanien. (11)(12) (Reuters)
  • INTERPRETATION (85–90 %): Genau hier kippt die Krise von der Input- in die Betriebsmittelkrise. Denn der Landwirt braucht nicht nur Dünger, sondern auch Diesel für Aussaat, Bewässerung, Ernte und Transport. In der Praxis bedeutet das: Selbst dort, wo Dünger noch beschafft wird, fressen Nebenkosten die Rentabilität auf. Das begünstigt kapitalstarke Großbetriebe und benachteiligt kleine oder kreditabhängige Produzenten. (5)(11)(12)(15) (FAOHome)

WER GEWINNT?

Relative Gewinner auf Produzenten- und Handelsseite

Nicht „der Sieger“, sondern die robustere Position

  • FAKT (85–95 %): Gewinner sind zunächst die Alternativlieferanten, sofern sie freie Mengen und politische Freigaben besitzen. Reuters meldet, dass die USA gezielt nach Dünger aus Venezuela und möglicherweise Marokko suchen. Reuters berichtet ferner, dass Indien seine Beschaffung auf Russland, Belarus, Marokko, Kanada, Indonesien, Jordanien, Algerien, Ägypten, Malaysia und Australien ausweitet. Das zeigt: Die Krise macht zuvor randständigere oder politisch heikle Lieferquellen plötzlich wertvoller. (8)(9) (Reuters)
  • FAKT (85–95 %): Ein zweiter Gewinnerkreis entsteht in der Logistik. Reuters beschreibt einen deutlichen Nachfrageschub für afrikanische Bunkerhubs entlang der Kap-Route; Umleitungen um das Kap der Guten Hoffnung hätten dort die Geschäfte von Treibstofflieferanten und Hafenstandorten belebt. Diversionen seien Anfang März laut Cape Chamber of Commerce and Industry um 112 % gestiegen. (17) (Reuters)
  • INTERPRETATION (80–90 %): Cui bono im engeren ökonomischen Sinn lautet daher: profitieren können nicht nur Düngemittelproduzenten, sondern auch Korridorersatzakteure – Bunkerhäfen, Treibstoffhändler, Versicherer, alternative Exportländer und jene Staaten, die in der Not zu unverzichtbaren Beschaffungsdrehscheiben werden. Das ist klassische Krisenrente: Nicht nur die Ware, sondern die Fähigkeit, den Umweg zu organisieren, wird geld- und machtwertig. (8)(9)(17) (Reuters)

Staaten mit Reserven, Subventionen und harter Währung

China und Indien als Musterfälle

  • FAKT (95–100 %): China konnte Reserven früh freigeben und Exporte drosseln; Indien verfügte laut Reuters Ende März über rund 18 Millionen Tonnen Lagerbestand gegenüber 14,7 Millionen Tonnen im Vorjahr und einem saisonalen Bedarf von 39 Millionen Tonnen. Zudem subventioniert Indien Urea und DAP weiter und vergibt Großtender, um die Sommeraussaat abzusichern. (6)(9) (Reuters)
  • INTERPRETATION (85–90 %): Der tiefere Gewinner ist hier nicht einfach ein bestimmtes Land, sondern das Prinzip der strategischen Resilienz. Wer Reserven, fiskalischen Spielraum, diplomatische Einkaufsnetze und die Macht zur Marktlenkung hat, kann denselben Schock in ein kontrollierbares Beschaffungsproblem verwandeln. Wer das nicht hat, erlebt denselben Schock als potenzielle Ernte-, Hunger- oder Währungskrise. (4)(5)(6)(9)(14) (UN Trade and Development (UNCTAD))

Gewinner innerhalb des Agrarsektors

Weniger düngerintensive Kulturen und bestimmte Nachfrager

  • FAKT (90–100 %): Reuters meldet, dass US-Farmer 2026 weniger Mais und mehr Soja anbauen wollen: 95,338 Millionen Acres Mais statt 98,788 Millionen im Vorjahr, aber 84,7 Millionen Acres Soja statt 81,215 Millionen. Reuters ergänzt, dass höhere Vorräte an Mais, Soja und Weizen die Preise für Ackerbauern drücken, zugleich aber Viehwirtschaft und Biokraftstoffhersteller entlasten können. (10) (Reuters)
  • INTERPRETATION (75–85 %): Auch innerhalb der Landwirtschaft verteilt der Schock also neu. Verlierer sind besonders inputintensive Ackerbausysteme; relative Gewinner sind Segmente, die von billigeren Körnerbeständen, anderer Fruchtfolge oder höherer Sojafläche profitieren. Cui bono ist damit kein Außen-Thema allein, sondern verläuft auch innerhalb nationaler Agrarökonomien. (10) (Reuters)

WER VERLIERT?

Die ersten Verlierer

Kleinbauern, importabhängige Staaten, schwache Haushalte

  • FAKT (95–100 %): FAO nennt als besonders gefährdet unter anderem Sri Lanka, Bangladesch, Indien, Ägypten, Sudan, Somalia, Kenia, Tansania, Mosambik sowie indirekt Brasilien als global wichtigen Exporteur. IMF und IEA/IMF/Weltbank warnen parallel, dass die Effekte global, aber hoch asymmetrisch seien und besonders energieimportierende, einkommensschwache Länder träfen. (5)(14)(18) (FAOHome)
  • FAKT (90–100 %): IMF beziffert das soziale Problem scharf: In Ländern mit niedrigem Einkommen entfallen laut IMF rund 36 % des Konsums auf Lebensmittel, gegenüber 20 % in Schwellenländern und 9 % in fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Das macht steigende Düngemittel- und Lebensmittelpreise dort nicht nur zu einem ökonomischen, sondern zu einem sozialpolitischen Risiko. (18) (IMF)

Der verdeckte Blutzoll

Nicht nur Hunger, sondern auch Einkommens- und Exportverluste

  • FAKT (90–100 %): Reuters zeigt die Breite des Schadens am Beispiel Kenia. In Mombasa steckten Anfang April rund 8 Millionen Kilogramm Tee fest; laut East Africa Tea Traders Association verliere die Branche seit dem 1. März etwa 8 Millionen US-Dollar pro Woche. Der Mittlere Osten nehme 20–25 % von Kenias Teeexporten ab. Hier zeigt sich: Derselbe Korridorschock trifft nicht nur Agrarinput, sondern auch Agraroutput und Exporterlöse. (13) (Reuters)
  • INTERPRETATION (85–95 %): Der „Blutzoll“ dieser Krise ist deshalb breiter als das übliche Bild vom teureren Dünger. Er besteht aus geringeren Düngergaben, verschobenen Fruchtfolgen, teurerem Diesel, höheren Konsumentenpreisen, verlorenen Exporterlösen, wachsender Schuldenlast und politischer Unruhe. UNCTAD betont zusätzlich, dass 3,4 Milliarden Menschen in Ländern leben, die bereits mehr für Schuldendienst als für Gesundheit oder Bildung ausgeben. Diese Länder gehen mit minimalem Puffer in die Krise. (4)(5)(13)(18) (UN Trade and Development (UNCTAD))

Europa verliert anders

Nicht primär über physischen Mangel, sondern über Kosten und Politik

  • FAKT (90–100 %): Reuters berichtet, die EU-Kommission habe Mitgliedstaaten Ende März aufgefordert, die Gasspeicher frühzeitig wieder zu füllen, weil der Krieg die Energiemärkte stört. Parallel lehnte Brüssel einen sofortigen Stopp des CO2-Grenzausgleichs auf Düngemittelimporte ab; Agrarkommissar Hansen warnte, eine Aussetzung könne die Importabhängigkeit verschärfen, während die EU zugleich Maßnahmen zur Stützung der eigenen Düngemittelproduktion vorbereitet. (15)(16) (Reuters)
  • INTERPRETATION (80–90 %): Europas Düngemittelproblem ist daher doppelt: kurzfristig explodierende Kosten, langfristig die Frage, ob man sich in einer Krise an günstige Importe klammert oder eigene Produktionsfähigkeit strategisch absichert. Das ist kein rein technisches Detail, sondern eine Machtfrage: Wer in einer systemischen Knappheit eigene Kapazität verliert, wird politisch erpressbarer. (15)(16) (Reuters)

CUI BONO?

Die nüchterne Adler-Antwort

Wer profitiert strukturell?

  • INTERPRETATION (85–90 %): Cui bono heißt hier seriös nicht automatisch: „Wer hat alles geplant?“ Die belastbarere Frage lautet: Wer kann Knappheit in Macht, Marge oder Verhandlungsvorteil übersetzen? Das sind 2026 vor allem fünf Gruppen: erstens Staaten mit Reserven, Subventionen und administrativer Lenkungsmacht; zweitens alternative Lieferländer; drittens Logistik- und Bunkerakteure auf den Umwegrouten; viertens Produzenten, die außerhalb der Hauptausfallzone sitzen; fünftens Institutionen, die Krisenfinanzierung oder Notfallregeln bereitstellen und damit politischen Hebel gewinnen. (6)(8)(9)(14)(17) (Reuters)

Wer profitiert nicht automatisch?

  • FAKT + INTERPRETATION (80–90 %): UNCTAD weist ausdrücklich darauf hin, dass selbst energieexportierende Entwicklungsländer nicht zwingend klare Gewinner sind, weil höhere Importkosten, Volatilität und Finanzstress mögliche Zusatzerlöse auffressen können. Das ist ein wichtiger Randaspekt gegen einfache Krisenerzählungen. Gewinner sind nicht einfach „alle Rohstoffländer“, sondern nur jene, die die Krise organisatorisch, politisch und finanziell in ihrem Sinne nutzen können. (4) (UN Trade and Development (UNCTAD))

FOLGERUNGEN

Woran man die nächste Eskalationsstufe erkennt

Fünf Frühwarnindikatoren

  • ARBEITSHYPOTHESE (70–80 %): Die Marktanspannung kippt dann in eine echte Ernte- und Ernährungskrise, wenn fünf Signale gleichzeitig anhalten: erstens ein längerer Stillstand oder nur sehr partielle Normalisierung in Hormus; zweitens keine chinesische Lockerung vor dem Sommer; drittens weitere Ausfälle oder Exportstopps bei Stickstoff- und Phosphatlieferanten; viertens steigende Nothilfen, Kreditlinien und Koordinierungsmechanismen von IEA, IMF und Weltbank; fünftens sichtbare Ausweichbewegungen bei Kulturarten und Düngergaben. Diese Logik folgt direkt aus FAO-, UNCTAD- und Reuters-Daten. (5)(7)(10)(14) (FAOHome)

CC-SICHERE GRAFIKEN / FOTOS – KONKRET AUSFORMULIERTE BRIEFINGS

Vorbemerkung zur Lizenzsicherheit

Was du vermeiden solltest

  • FAKT (95–100 %): Reuters-Bilder sind in den Artikeln ausdrücklich mit „Purchase Licensing Rights“ gekennzeichnet und daher nicht frei nutzbar. Auch die Standardbilder auf UNCTAD-Seiten stammen teils von Shutterstock und sind damit nicht automatisch für freie Weiterverwendung geeignet. Für eine saubere WordPress- oder Buchnutzung sind eigene Grafiken oder Wikimedia-Commons-Dateien mit klarer CC-/PD-Lizenz die deutlich sicherere Wahl. (3)(4)(6)(7) (UN Trade and Development (UNCTAD))

Grafikbriefing 1 – „Die Kette des Schocks“

Eigenes Diagramm, lizenzrechtlich am saubersten

BRIEFING: Erstelle eine horizontale Kaskadengrafik mit fünf Blöcken: „Krieg / Hormus-Störung“ → „Gas / Schiff / Versicherung“ → „Ammoniak / Urea / Phosphat / Schwefel“ → „Aussaat / Düngergaben / Fruchtwahl“ → „Lebensmittelpreise / Hunger / Schulden / Unruhe“. In jeden Block nur 2–3 harte Zahlen: „>95 % weniger Transits“, „bis 30 % international gehandelter Dünger“, „Versicherung 0,25 % → bis 10 %“, „FAO: +15–20 % Düngerpreise H1 2026“. Diese Grafik ist vollständig als Eigenwerk herstellbar und damit lizenzseitig ideal. (3)(4)(5) (UN Trade and Development (UNCTAD))

Grafikbriefing 2 – „Gewinner / Verlierer-Matrix“

Für den Cui-bono-Block

BRIEFING: Baue eine Vierfelder-Matrix mit den Achsen „Pufferfähigkeit hoch/niedrig“ und „Marktmacht hoch/niedrig“. Oben links: China, Indien, alternative Lieferländer, große Händler, Bunkerhubs. Unten rechts: Kleinbauern, importabhängige arme Staaten, spotmarktabhängige Verarbeiter, verschuldete Haushalte. Ergänze 1 Satz je Feld: „Gewinnt Zeit“, „Gewinnt Marge“, „Verliert Ertrag“, „Verliert Kaufkraft“. Auch diese Grafik ist als eigene Analyse-Grafik ohne fremdes Bildmaterial nutzbar. (4)(5)(9)(14)(15)(17)(18) (UN Trade and Development (UNCTAD))

Grafikbriefing 3 – CC-Karte Hormus

Saubere Kartenbasis mit Attribution

CC-OPTION: Verwende auf Wikimedia Commons die Datei „Strait of Hormuz ARZ.png“ unter CC BY-SA 4.0 als Hauptkarte. Alternativ oder ergänzend eignet sich „Strait of Hormuz (5732551003).jpg“ unter CC BY 2.0 als atmosphärisches Einführungsbild. Sichere Namensnennung wäre etwa: „Karte: Almajidy, CC BY-SA 4.0“ beziehungsweise „Foto: thy, CC BY 2.0“. Für eine geopolitische Einordnung lässt sich zusätzlich die EIA-Grafik zu globalen Transit-Chokepoints als Public Domain nutzen. (19)(20)(22) (Wikimedia Commons)

Grafikbriefing 4 – CC-Foto „Düngemittelindustrie“

Für die industrielle Ebene des Dossiers

CC-OPTION: Als freies Industriefoto eignet sich die Wikimedia-Commons-Datei „CF Fertilisers plant – geograph.org.uk – 7310907.jpg“ unter CC BY-SA 2.0. Wenn du kein aktuelles Krisenbild brauchst, sondern eine symbolische industrielle Oberfläche, ist das ausreichend. Mögliche Attribution: „Foto: Chris Allen, CC BY-SA 2.0“. Noch sicherer bleibt allerdings eine eigene, schlichte Diagramm- oder Silhouettenlösung, weil sie semantisch präziser und lizenzrechtlich robuster ist. (21) (Wikimedia Commons)

ADLER-REFLEXION

  • STARKE INTERPRETATION (85–90 %): Diese Krise zeigt in konzentrierter Form ein Grundprinzip des Tributsystems: Nicht nur Land oder Geld, sondern Zugänge werden zur eigentlichen Herrschaftsressource. Wer den Korridor, die Lizenz, den Lagerbestand, die Kreditlinie oder die Versicherbarkeit kontrolliert, kann Knappheit in Ordnungsmacht übersetzen. Der Bauer ohne Diesel, der Importstaat ohne Devisen und der Haushalt ohne Kaufkraft zahlen den Blutzoll. Der Gewinner ist daher weniger „die eine Nation“ als das System strategischer Knappheitsverwaltung selbst. (4)(5)(14)(18) (UN Trade and Development (UNCTAD))

QUELLENVERZEICHNIS

  • (1) Reuters, Russian fertiliser makers can’t offset potential Iran-related supply crunch, sources say (6. März 2026). (Reuters)
  • (2) Reuters, Russia stops ammonium nitrate exports for one month amid global supply crunch (24. März 2026). (Reuters)
  • (3) UNCTAD, From gas to grain: Fertilizer disruptions raise risks for food security and trade (30. März 2026). (UN Trade and Development (UNCTAD))
  • (4) UNCTAD, Hormuz disruption deepens global economic strain across trade, prices and finance (1. April 2026). (UN Trade and Development (UNCTAD))
  • (5) FAO, FAO Chief Economist warns of severe global food security risks from disruption to Strait of Hormuz trade corridor (26. März 2026). (FAOHome)
  • (6) Reuters, China taps fertiliser reserves as Hormuz closure disrupts global supply (13. März 2026). (Reuters)
  • (7) Reuters, China restricts fertiliser exports, further crimping war-tightened supply (19. März 2026). (Reuters)
  • (8) Reuters, White House says US seeking fertilizer from Venezuela, Morocco (17. März 2026). (Reuters)
  • (9) Reuters, India tapping alternative sources to boost fertilizer stocks, official says (30. März 2026), sowie India in talks with Russia, Belarus, Morocco to boost fertiliser imports, sources say (19. März 2026). (Reuters)
  • (10) Reuters, US farmers to plant less corn as Iran war spikes fertilizer prices (1. April 2026). (Reuters)
  • (11) Reuters, South African farmers grapple with rising diesel costs as harvest season approaches (1. April 2026). (Reuters)
  • (12) Reuters, Fuel prices surge in Africa as Iran war hits supply (1. April 2026). (Reuters)
  • (13) Reuters, Kenya tea exports hit by Iran conflict as stocks pile up (1. April 2026). (Reuters)
  • (14) Reuters, IEA, IMF and World Bank to coordinate response to Middle East war’s impact (1. April 2026). (Reuters)
  • (15) Reuters, UK food inflation heading towards 10% due to Iran war, industry says (1. April 2026). (Reuters)
  • (16) Reuters, EU resists French request to pause carbon border tax on fertilisers (30. März 2026). (Reuters)
  • (17) Reuters, African bunkering hubs gain as ships reroute around the Cape (23. März 2026). (Reuters)
  • (18) IMF Blog, How the War in the Middle East Is Affecting Energy, Trade, and Finance (30. März 2026). (IMF)
  • (19) Wikimedia Commons, File: Strait of Hormuz ARZ.pngCC BY-SA 4.0. (Wikimedia Commons)
  • (20) Wikimedia Commons, File: Strait of Hormuz (5732551003).jpgCC BY 2.0. (Wikimedia Commons)
  • (21) Wikimedia Commons, File: CF Fertilisers plant – geograph.org.uk – 7310907.jpgCC BY-SA 2.0. (Wikimedia Commons)
  • (22) Wikimedia Commons, File: Volume of crude oil and petroleum products transported through world transit chokepointsPublic Domain / U.S. government work. (Wikimedia Commons)

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