Autor: michabraun

DAS „HEILIGE“ RÖMISCHE REICH (800–1806) ALS RECHTS- RITUAL- UND KOMMUNIKATIONSRAUM

DIE VORGESCHICHTE (800–1871) – 1000 Jahre in

DAS „HEILIGE“ RÖMISCHE REICH (800–1806) UND DER WESTFÄLISCHE FRIEDEN (1648)

Reichsidee und Strukturphasen: Das Heilige Römische Reich als Rechts-, Ritual- und Kommunikationsraum

Das Heilige Römische Reich lässt sich nur unzureichend als „Vorläufer Deutschlands“ oder als „chaotischer Flickenteppich“ beschreiben. Es war über Jahrhunderte hinweg ein eigenständiger politischer Ordnungsraum, der…

VENEDIG (697) – DIE KEIMZELLE DES TRIBUTSYSTEMS

Tributsystem Venedig

Venedig – Die Keimzelle des Tributsystems

Venedig gilt in der Mainstreamhistoriografie als pragmatische Handelsmacht. Dieses wissenschaftliche Dossier zeigt: Es war das Labor der modernen Oligarchie. Von 697 bis 1797 entwickelten die venezianischen Patrizierfamilien — Contarini, Dandolo, Morosini, Grimani — ein vollständiges Instrumentarium politischer und wirtschaftlicher Kontrolle: Staatsanleihen (Monte Vecchio, 1262), Fließbandproduktion (Arsenale, 12. Jh.), staatlich

DIE SEIDENSTRASSEN (ca. 2. Jh. v. Chr. bis 15. Jh. n. Chr.)

DIE SEIDENSTRASSEN (ca. 2. Jh. v. Chr. bis 15. Jh. n. Chr.)

AUSGANGSPUNKT

Leitfrage

Worum es hier systemisch geht

Die Leitfrage dieses Kapitels lautet, wie aus eurasischen Fernhandelsnetzen Systeme der Korridorkontrolle, Mittlerschaft, Abschöpfung und Machtbildung wurden – und inwiefern die Seidenstraßen damit eine frühe Vorstufe späterer oligarchischer und finanzbasierter Herrschaftsformen darstellen. Fakt (100 %): Die…

340–803 N. CHR.: CHRISTIANISIERUNG, STAMMESRECHT UND KAROLINGISCHE VERDICHTUNG

340–803 N. CHR.: CHRISTIANISIERUNG, STAMMESRECHT UND KAROLINGISCHE VERDICHTUNG

CHRISTIANISIERUNG UND RECHTSKODIFIKATION (6.–9. Jahrhundert)

Christianisierung verlief regional sehr verschieden

Staffelung, Missionswege und unterschiedliche Modi der Bekehrung
  • Fakt 100 %: Die Christianisierung der germanischsprachigen Welt verlief weder gleichzeitig noch nach einem einheitlichen Muster. Britannica fasst die Staffelung ausdrücklich so zusammen: Viele Goten wurden bereits im 4.

250–511 N. CHR.: STAMMESBÜNDE, VÖLKERWANDERUNG UND DER FRÄNKISCHE WENDEPUNKT

250–511 N. CHR.: STAMMESBÜNDE, VÖLKERWANDERUNG UND DER FRÄNKISCHE WENDEPUNKT

STAMMESBÜNDE UND MACHTVERDICHTUNG (3.–4. JAHRHUNDERT)

Franken, Alemannen, Sachsen

Aus kleineren Gruppen werden größere politische Einheiten
  • Fakt (100 %): Im 3. und 4. Jahrhundert verdichtet sich die politische Landschaft nördlich und östlich des römischen Grenzraums deutlich. Britannica beschreibt die Franken für das 3. Jahrhundert als Gruppe

~200–1235: SPRACHE, RUNEN UND RECHTSGEDÄCHTNIS IM ÜBERGANG INS DEUTSCHE MITTELALTER

~200–1235: SPRACHE, RUNEN UND RECHTSGEDÄCHTNIS IM ÜBERGANG INS DEUTSCHE MITTELALTER

ÜBERGANG INS DEUTSCHE MITTELALTER (9.–13. Jahrhundert)

Sprache, Runen und Schriftkultur

Germanisch als Sprachzweig, Hochdeutsch als spätere Ausdifferenzierung
  • Fakt 100 %: Germanisch ist als Zweig der indoeuropäischen Sprachfamilie klar bestimmbar. Die historische Sprachwissenschaft rekonstruiert ein Proto-Germanisch aus systematischen Laut- und Formkorrespondenzen; zu den klassischen Grundpfeilern

58 V. CHR. BIS 2. JH. N. CHR.: ROM, RHEIN UND DIE ERFINDUNG VON „GERMANIA“

58 V. CHR. BIS 2. JH. N. CHR.: ROM, RHEIN UND DIE ERFINDUNG VON „GERMANIA“

CAESAR, TACITUS UND DIE RÖMISCHE BEGRIFFSBILDUNG

„Germania“ als römische Ordnungskategorie

  • Fakt 100 %: Julius Caesar liefert die früheste zusammenhängende lateinische Großbeschreibung der Germani und macht den Rhein zu einer politischen Leitgrenze zwischen gallischem und germanischem Raum. Für die Römer

2800–50 V. CHR.: NORDRAUM, JASTORF UND DIE LANGEN VORLÄUFE DER GERMANISCHEN WELT

2800–50 V. CHR.: VORLAUF UND FORMATIONSRÄUME DER GERMANISCHEN WELT

VORGESCHICHTE UND LANGER VORLAUF (ca. 2800–500 v. Chr.)

Schnurkeramik, Steppe-Beiträge und Nordische Bronzezeit

Kein fertiges Volk, sondern ein langer Vorlauf
  • Fakt 100 %: Der Beginn der Geschichte germanischsprachiger Gruppen liegt nicht bei einem bereits ausgebildeten „Volk“, sondern in langen vorgeschichtlichen Vorläufen. Archäogenetische Studien zeigen für

ATHEN IM LANGEN BOGEN (~508 v. Chr.): DEMOKRATIE FÜR WEN?

Athen (~508 v. Chr.) – Demokratie: Für wen?

Synthese im langen Bogen von ʿAin Ghazal über Jericho, Eridu und Uruk bis Karthago

I. AUSGANGSPUNKT

Die stärkere Leitfrage

1. Athen war kein Anfang aus dem Nichts

Athen erscheint in vielen Darstellungen als plötzliche „Wiege der Demokratie“. Der längere Blick zeigt jedoch etwas Komplexeres: Athen steht nicht…

ARISTOTELES UND DER MASCHINENRAUM ATHENS

ARISTOTELES BLICKT ZURÜCK: ATHEN ALS ANALYSIERTES SYSTEM

EINLEITUNG

Warum die Reihe mit Aristoteles enden muss

Nicht der Erfinder, sondern der große Auswerter Aristoteles steht am Ende dieses Zeitstrahls nicht deshalb, weil er die athenische Demokratie gegründet hätte, sondern weil er sie in einer Form beschreibt, die fast schon wie eine politische Obduktion wirkt. Seine *Athenaion…