Kategorie: Tributsystem

DEMOKRATISCHE SOUVERÄNITÄT ODER GLÄUBIGERKOMPATIBLE POLITIK?

DEMOKRATISCHE SOUÄNITÄT ODER GLÄUBIGERKOMPATIBLE POLITIK? Die Interessen von Gläubigern, Märkten und fiskalischen Dogmen REGIEREN GEGEN GLÄUBIGERINTERSSEN Die Leitfrage dieses Kapitels lautet nicht, ob Deutschland heute schon von Gläubigern regiert wird. Sie lautet präziser: Kann eine deutsche Regierung gegen die Interessen von Gläubigern, Märkten und fiskalischen Dogmen regieren, ohne die Bonität substanziell zu gefährden? Diese Frage ist sachlich begründet, weil die offiziellen Quellen zugleich zweierlei festhalten: Deutschland bleibt ein AAA-Staat mit starker institutioneller Stellung, aber dieselben […]

DAS EURO-SYSTEM: WARUM DEUTSCHLAND NICHT ISOLIERT ZU LESEN IST

DIE ROLLE DES EURO-SYSTEMS: WARUM DEUTSCHLAND NICHT ISOLIERT ZU LESEN IST Deutschland ist im Euro-System nicht nur kreditwürdig, sondern mithaftend. Das ist die Schärfung, die im bisherigen Kapitel gefehlt hat. Die deutsche Bonität wird nicht nur durch eigene Steuerbasis, Industrie, Verwaltung und Kapitalmarkttiefe getragen, sondern auch dadurch, dass Deutschland als größter Kernträger einer gemeinsamen europäischen Haftungs-, Liquiditäts- und Stabilisierungsarchitektur gelesen wird. Die Bundesbank hält seit 1. Januar 2024 einen Anteil von 21,7749 % am Kapital […]

DEUTSCHLAND: SZENARIEN DER BONITÄTSZUKUNFT BIS 2030/35

SZENARIEN DER BONITÄTSZUKUNFT BIS 2030/35 SZENARIO 1 – FORMELL STABIL, MATERIELL ERODIERT Dies ist das wahrscheinlichste und zugleich politisch gefährlichste Szenario: Deutschland behält hohe Ratings, relativ günstige Refinanzierung und seinen Status als Kernschuldner des Euro-Systems, während die reale Substanz schrittweise weiter erodiert. Genau diese Kombination ist heute bereits angelegt. Fitch hält Deutschland weiter bei AAA mit stabilem Ausblick; der IMF bewertet das mittelfristige Risiko staatlicher Stressereignisse als insgesamt niedrig; zugleich nennt der IMF schwaches Produktivitätswachstum, […]

BLUTZOLL UND PROFITEURE DER BONITÄTSVERTEIDIGUNG

BLUTZOLL UND PROFITEURE DER BONITÄTSVERTEIDIGUNG BLUTZOLL Der Blutzoll dieses Dossiers besteht nicht primär im juristischen Default, sondern im gesellschaftlichen Preis der Vermeidung eines offenen Bruchs. Genau darin liegt die systemische Härte des deutschen Falls: Wenn formelle Bonität gehalten wird, obwohl materielle Basis, Produktivität, kommunale Substanz und demografische Tragfähigkeit unter Druck stehen, dann verschwindet der Preis nicht. Er wird verlagert. Er erscheint dann als verschlissene Infrastruktur, höhere Beitragslast, reale Entwertung von Ansprüchen, schwächere Vermögensbildung, regionale Erosion […]

HAUDENOSAUNEE-SOUVERÄNITÄT HEUTE: PÄSSE, VERTRÄGE UND POLITISCHE KONTINUITÄT

Die Haudenosaunee sind keine bloße historische Erinnerung, sondern behaupten ihre politische Ordnung bis heute. Eigene Pässe, fortbestehende Räte, Clan Mothers und das lebendige Vertragsgedächtnis zeigen: Hier überlebt keine Folklore, sondern eine reale Souveränität. Gerade an Grenz- und Anerkennungsfragen wird sichtbar, wie koloniale Staaten eine indigene politische Alternative bis in die Gegenwart einhegen.

KRIEG, GELD UND WIEDERAUFBAU: DIE UKRAINE IM FINANZIERUNGSREGIME SEIT 2022

Seit der Eskalation 2022 wurde die Ukraine nicht nur militärisch, sondern auch fiskalisch in einen Ausnahmebetrieb gezwungen. Zerstörung erzeugte gewaltigen Finanzbedarf, den internationale Budgethilfe, IWF-Programme, EU-Instrumente und neue Koordinationsplattformen auffingen. So entstand eine Hilfs- und Wiederaufbauarchitektur, in der Staatsfunktion, Reformauflagen, externe Liquidität und spätere Investitionslogik eng miteinander verschränkt sind.

BLACKROCK, JPMORGAN UND DIE FINANZLOGIK DES WIEDERAUFBAUS

BlackRock und JPMorgan treten im ukrainischen Wiederaufbau nicht vor allem als klassische Geldgeber auf, sondern als Strukturierer eines investierbaren Marktes. Garantien, Fonds, First-Loss-Modelle, Projektpipelines und politische Risikoversicherungen übersetzen Zerstörung in Finanzlogik. So entsteht eine Wiederaufbauordnung, in der nicht nur Kapital zählt, sondern vor allem die Macht, zu definieren, welche Sektoren, Projekte und Räume überhaupt finanzierbar erscheinen.

LINIE DER FINANZMACHT: VON VENEDIG ÜBER DIE FED ZU BLACKROCK

Kompakter Zeitstrahl mit Schlüsselmechanismen der Finanzmacht Venedig (13.–16. Jh.) Kerngedanke: Verbindung von Handel, staatlicher Kreditaufnahme und Bankwesen. Institutionelle Neuerungen: Frühformen öffentlicher Anleihen, Wechsel(wechselbriefe), staatliche Bankpraktiken (z. B. Depositen, Kontoführung für Händler). Wirkung: Finanzierung von Kriegen und Handelsflotten durch organisierte Kreditmärkte; Aufbau von Reputation und Kreditwürdigkeit des Staats. Handelshäuser & Banken in Norditalien / Niederlanden (15.–17. Jh.) Kerngedanke: Professionalisierung von Buchführung, doppelte Buchhaltung, Kreditvergabe und Wechselhandel. Institutionen: Handelshäuser (z. B. Fugger) und frühe Geschäftsbanken; Amsterdam als […]

CUI BONO? Wer profitierte von Weimar’s Untergang?

VIII. CUI BONO? Wer profitierte von Weimar’s Untergang? Verlierer: ❌ Deutsche Mittelschicht: Ersparnisse vernichtet (Hyperinflation), Arbeitslosigkeit (Weltwirtschaftskrise) ❌ Deutsche Arbeiter: Gehälter wertlos (Hyperinflation), 6 Mio. arbeitslos (1932) ❌ Demokratie: Weimar scheiterte (Hitler) ❌ Europa: WW2 folgte (70 Millionen Tote) Gewinner: ✅ US-Banken (J.P. Morgan, Dillon Read): Verdienten an Dawes-Plan (Kredite + Zinsen) Kauften deutsche Wirtschaft billig ✅ Deutsche Großindustrie (Thyssen, Kirdorf, I.G. Farben): Verloren Schulden (Hyperinflation) Profitierten von Hitler (Aufrüstung) ✅ Spekulanten: Kauften deutsche Sachwerte billig (1923) ✅ Hitler: Nutzte Verzweiflung (kam an Macht) IX. ZUSAMMENHÄNGE – […]

DIE WELTWIRTSCHAFTSKRISE (1929) – Wall Street crasht, Deutschland kollabiert

VI. DIE WELTWIRTSCHAFTSKRISE (1929) – Wall Street crasht, Deutschland kollabiert A) Black Thursday (24. Oktober 1929) 24. Oktober 1929, New York: Wall Street crasht.(784) Dow Jones: Sept 1929: 381 Punkte (Höchststand) Nov 1929: 198 Punkte (-48%) 1932: 41 Punkte (-89% vom Höchststand)(785) Ursache: Spekulationsblase (Aktien überteuert, Kredite für Aktienkäufe, Blase platzt).(786) Folge: US-Banken pleite → US-Kredite an Deutschland stoppen.(787) B) Deutschland kollabiert (1930-1932) Der Mechanismus (Keynes hatte recht): Wall Street crasht (24. Okt 1929) ↓ US-Banken pleite ↓ US-Kredite an Deutschland […]